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GESCHICHTLICHE BESCHREIBUNG

   

Vorgeschichte

 

Ein Spaziergang durch das Gemeindegebiet von Santanyí zeigt aus erster Hand Überreste aus vergangenen Zeiten und den Aufenthalt von vorgeschichtlichen Völkern in dieser Gegend. Es gibt mehr als 150 archäologische Fundstätten. Weiter gibt es prätalaiotische Höhlen wie die der Cala Santanyí oder in Es Pontàs, andere stammen aus der talaiotischen Epoche wie die Höhlen El Rei, Can Simonet, N'Ebrí, Es Loret Vell, Es Rafal des Porcs und Son RosSinyol. Eine besondere Beachtung verdienen die talaiotischen Siedlungen, die mit einer Mauer umgeben waren, wie Son Danús Nou und Ses Talaies de Can Jordi, von dem ein runder Talaiot und ein Teil der Mauer erhalten geblieben ist.

   

Römisches Zeitalter  

 

Die Römer hinterließen ebenfalls ihre Spuren in Santanyí. So Sind Reste von verschiedenen Figuren und Keramikgegenständen in der Grabstätte und Höhle Sa Madona, in Cas Traginer und in Son Cosme Ponç, wo es wahrscheinlich eine römische Siedlung gab, gefunden worden. Die archäologischen Studien zeigen, dass es wahrscheinlich zwei Zenturien, eine in der Gegend von Son Danús und die andere in der Gegend von Calonge, gab.

   

Islamische Epoche  

 

In der islamischen Epoche gehörte Santanyí, unter dem Namen Adia, dem Bezirk von Manacor an. Santanyí ist in der Moschee Alqueria Blanca dokumentiert und in der Alquería Santanyí sprach man im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts von Häusern im arabischen Stil. Noch heute weisen einige Ortsnamen wie Albocora, S'Almunia, Benilassar (Son Danús), Binigebidi (Es Rafal des Porcs) und Mandalmar (Es Llombards) auf die islamische Epoche hin.

   

Die katalanische Eroberung  

 

Nach der katalanischen Eroberung im Jahr 1229 unter dem König Jaime I gehörte Santanyí nach der Gebietsaufteilung dem Grafen von Rosellón und Cerdeña, Nunó Sanç. Nach seinem Tod ging das Gebiet wieder an den König zurück. Vom Jahr 1242 liegt ein Hinweis auf den Bezirk und die Pfarrgemeinde von Santanyí vor. Man glaubt, dass die erste Kirche zwischen 1248 und 1265 erbaut worden ist. Wenige Jahre später, im Jahr 1300, erließ der König Jaime II die Anordnungen für die Gründung der Ortschaft und gab genaue Anweisungen, wie das Dorf erbaut werden sollte.

 

Die Gemeindeverwaltung entstand im 14. Jahrhundert. Ein Vertreter des Königs war der königliche Bürgermeister. Der erste dokumentierte Bürgermeister ist Ramon Albert im Jahr 1311. Santanyí hatte einen Vertreter im Syndikatrat und im Grossen Generalrat. Im Jahr 1329 hatte die Ortschaft Santanyí 570 Einwohner und auch einige Sklaven, die 1427  4,8% der Bevölkerung ausmachten. 

   

Die Korsaren  

 

Zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert war die Küste von Santanyí Schauplatz zahlreicher Überfälle von Korsaren, die aus Nordafrika kamen und in Cabrera Zuflucht nahmen. Um Sie bekämpfen zu können, wurden die Verteidigung durch Wach- und Verteidigungstürme, besonders in den Monaten zwischen April und September, in denen die Angriffe besonders häufig waren, organisiert. Sobald eine mögliche Gefahr auftauchte, wurden von den Wachtürmen Rauch- und Feuerzeichen gegeben. Auch die Ortschaften im Innern wie Porreres, Montuïri und Felanitx beteiligten sich an der Verteidigung der Küste, denn auch sie waren bedroht. Unter den zahlreichen Angriffen ist der Überfall vom 3. Oktober 1531 besonders erwähnenswert: Nachdem die Moslems den Ort geplündert und eine große Anzahl der Bewohner gefangen genommen hatten, entschieden sich um die vierzig Familien die Gemeinde zu verlassen. Einige Jahre später, im Jahr 1546, nahmen die Piraten 36 Personen gefangen, die ihren Familien zurückgegeben wurden, nachdem sie 2.050 Escudos gezahlt hatten. Die Angst vor weiteren Überfällen dauerte bis ins 18. Jahrhundert hinein, weshalb die kleine Festung in der Cala Llonga errichtet wurde, um die Angriffe besser abwehren zu können.

   

Das 19. Jahrhundert  

 

Im 19. Jahrhundert, in der Kazikenzeit, führten die erbärmlichen Lebensbedingungen zu einem Volksaufstand im Jahr 1868 gegen die gemeindliche Steuerstelle. Bei diesem Aufstand vernichtete ein Brand die gemeindlichen Archive.

 

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Bevölkerung stark zu. Die Einwohnerzahl von 4.436 im Jahr 1825 stieg auf 5.439 Einwohner im Jahr 1845. Inmitten des Jahrhunderts blieb die Einwohnerzahl gleich bleibend. In diesem Jahrhundert gab es große demographische Krisen und 1860 begannen die Auswanderungen nach Algerien, ins Innere der Insel Mallorca und sogar nach Menorca. Die große Armut der Gemeinde von Santanyí war der Grund für diese Auswanderungen.

 

Im Jahr 1897 wird der Bau des Rathauses genehmigt, das noch das heutige Rathaus ist, nur dass es mit dem Kauf des Nachbarhauses vergrößert wurde.

   

Das 20. Jahrhundert  

 

Im 20. Jahrhundert setzen sich die Auswanderungen der Bewohner von Santanyí fort. 1900 hatte die Ortschaft 6.692 Einwohner, doch diese Zahl nahm in den ersten Jahren des Jahrhunderts rapide ab, denn es begannen die Auswanderungen vieler Gemeindebewohner nach Argentinien, Cuba und Algerien. Die rückläufige Entwicklung wurde noch durch eine schwere Grippeepidemie mit vielen Todesfällen beschleunigt. 1925 nahm die Einwohnerzahl durch die Abtrennung von Ses Salines noch weiter ab, das zu einer unabhängigen Gemeinde wurde.

 

Die Situation ändert sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit der Ankunft des Touristen. 1950 kommen die ersten Urlauber an. Der Tourismus ändert vollständig die demographischen Strukturen der Gemeinde, die sich nun zu einem Ort der Einwanderungen entwickelt. Es kommen hauptsächlich Leute von der Halbinsel, besonders aus dem Süden, die von den vielen Arbeitsstellen angezogen werden.

 

Die Bevölkerung nahm noch einmal in den 80er Jahren stark zu, da Arbeitskräfte in der Touristikbranche und in anderen wirtschaftlichen Aktivitäten, die mit ihr in Verbindung standen, benötigt wurden.