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EIN SPAZIERGANG IN DER UMGEBUNG

  

Archäologische Fundstätten

  

Die Gemeinde Santanyí ist reich an archäologischen Relikten. Einige befinden sich in sehr schlechtem Zustand, andere sind praktisch verschwunden oder schwer zugänglich. Trotzdem sind in der ganzen Gemeinde noch viele interessante Spuren vom Leben der frühen Bewohner Mallorcas erhalten und bieten sich für einen lehrreichen Besuch an. Man findet künstliche und natürliche Höhlen, Begräbnisstätten und sogar befestigte Wohnanlagen. Bei letzteren fanden größere Ausgrabungen statt, bei denen einheimische und römische Keramiken, römische Steintafeln, kleine Bronzestatuen, Knochen, Münzen und Steine mit Inschriften gefunden wurden. Die drei bedeutendsten Fundstätten sind es Rafal des Porcs, Son Danús und Ca Jordi.

Es Rafal des Porcs umfasst eine Reihe von Fundstätten, die sich auf dem Gelände der gleichnamigen Finca an der Küste befinden. Talaia Grossa, in der Nähe der Cueva de Drac, ist eine befestigte Siedlung mit einem Süßwassersee, der von den prähistorischen Bewohnern zur Versorgung genutzt wurde. Son Danús besteht aus einer Reihe von Talayotbauten, unter ihnen ein runder Talayot, der 1946 zum historischen Denkmal erklärt wurde. Er liegt direkt an der Landstrasse zwischen Palma und Santanyí. Son Talaies de Ca Jordi ist ein befestigtes Dorf aus der Talayotzeit mit einem elliptischen Grundriss. Drei Teile der Mauer sind heute noch erhalten. Es ist die größte heute noch erhaltene Siedlung auf Mallorca dieser Art.

  

Die Wehrtürme

   

Die dauerhafte Präsenz der Piratenschiffe an der Küste von Santanyí rief bei der Bevölkerung große Furcht hervor. So errichteten die Menschen, sowohl an der Küste wie auch im Landesinneren, zahlreiche Bauten zur Verteidigung. Ca. 40 dieser Bauten sind dokumentiert, einige davon allerdings verschwunden. Bei den Wehrkonstruktionen sind Türme am häufigsten. Man findet sie in runder, rechteckiger und quadratischer Form.

Sie liegen an der Küste und sind in das Verteidigungssystem Mallorcas integriert. Im Angriffsfall an den Küsten kommunizierten sie mit Hilfe von Feuer. Die wichtigsten Türme im Gebiet von Santanyí sind: Torre de En Beu in Cala Figuera; Torre Nova de sa Roca Fesa in Cala Santanyí; und der Torre d'en Bassa in Portopetro. Die beiden letzten stammen aus dem 17. Jahrhundert, der erste wurde 1569 gebaut.

Die Festungsanlage von Cala Llonga

   

Diese Verteidigungsanlage wurde im Jahr 1740 erbaut. Sie wurde allerdings 15 Jahre später durch ein Erdbeben stark zerstört und im Jahr 1793 wiederaufgebaut. Der Grundriss der Anlage ist rechteckig und besitzt eine Breite von 26 Metern. Auf der dem Meer zugewandten Seite, wo die Kanonen zur Verteidigung vor den Piraten standen, befinden sich Luken, aus denen die Kanonen abgefeuert wurden. Ebenerdig finden sich zahlreiche Schiessscharten zur Abwehr der Piraten.

Das Santuario de La Virgen María de la Consolación

   

Es wurde auf dem Montículo de Consolación (205 m), aufgrund der Armut der Bevölkerung, in sehr einfachem Stil erbaut. Das Sanktuarium reiht sich in die Traditionen Santanyís ein. Seine Bewohner besuchten es in Zeiten der Not. Im Februar, am Tage der Santa Escolástica wird dort eine Messe gefeiert. Am ersten Sonntag im Mai findet dort die Segnung der Früchte statt. Von dort oben kann man einen fantastischen Blick über Santanyí und die Küste genießen.

Finques

  

Den Fincas, auf Mallorca possessions genannt, kam im Gemeindegebiet von Santanyí Anfang des 20. Jahrhunderts große Bedeutung zu. Sie waren als Produktionszentren für Getreide und Vieh der Motor der damaligen Wirtschaft. Heutzutage haben sie ihre zentrale wirtschaftliche Stellung verloren. Die bekannteste Finca ist Són Danús Vell, die ursprünglich der islamische Gutshof von Benilassar war. Die Finca besitzt einen Wehrturm mit rechteckigem Grundriss aus dem 17. Jahrhundert, der an die Häuser angebaut ist und einen runden Talayot am Eingang des Gutes. Schon 1289 wird sein Besitzer, Berenguer Danús, erwähnt.

Andere wichtige possessions sind: Son Danusset, Son Danús Nou, Sa Talaiola, És Pujol, Sa Punta, Són Morlà und És Rafal Donis Porcs.

  

Der Nationalpark Mondragó

   

Mondragó wurde 1992 von der Regierung der Balearen zum Nationalpark erklärt. Er ist 785 Hektar groß, 95 davon sind im Besitz der autonomen Region. Das Gebiet umfasst zwei Buchten und man findet verschiedene Ökosysteme vor: Strände, Felsküste, Dünen, Teiche, Berge und Pinienwälder, traditionell bestellte Felder und eine vielfältige Flora und Fauna. Die Zufahrt erfolgt über die Landstrasse von S’Alqueria Blanca/ Cala Figuera. Eine der Hauptattraktionen von Mondragó ist das Meer, das neben Vergnügung und Entspannung eine Vielzahl von Lebensformen bietet. Auf den Felsen leben zahlreiche wirbellose Tiere wie Schnecken, Krebse und Seeigel. Außerdem kommen dort sehr spezialisierte Pflanzen vor wie z.B. der Meerfenchel oder die Camforada. Man kann in Mondragó außerdem zahlreiche Tiere wie die rote Möwe oder den Kormoran beobachten. In Mondragó gibt es Feuchtgebiete wie die Teiche von s‘Amarador und Ses Fonts de n’Alís. Der größte Teil des Parks ist von Wald bedeckt. Bei einem Spaziergang bekommt man auch einen schönen Eindruck von der ländlichen Architektur Mallorcas und sieht zahlreiche Spuren, die der Mensch hier hinterlassen hat. Man findet Schuppen mit spitz zulaufenden Dächern, Steinmauern oder die Escars, Bauten zur Lagerung der Schiffe.